Geschichte

Die Anfänge
Die Freiwillige Feuerwehr Aschhausen wurde 1933 gegründet. Die Feuerwehrgeschichte in Aschhausen ist aber schon etwas älter:
1894 beschloss die Gemeinde Zwischenahn auch in den Bauernschaften Spritzen zu platzieren. Geeignete Personen unseres Dorfes wurden von der Gemeinde verpflichtet, sich im Brandfall bei der Scheune neben Keilers' Schmiede einzufinden. Hier stand eine Handdruckspritze, vor der im Notfall Pferde aus der Nachbarschaft gespannt wurden. Ein Foto aus dieser Zeit steht uns heute noch zur Verfügung:

 

1894 Übung mit der Handdruckspritze bei Keilers Scheune

 

Die eigentliche Geschichte unserer Einheit beginnt rund 30 Jahre später. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in den 30ern wurden immer mehr freiwillige Feuerwehren gegründet. 
Die Gründungsversammlung der freiwilligen Feuerwehr Aschhausen fand im Dezember 1933 in Rabbens Gasthof (später Goldener Adler) statt. Erster Ortsbrandmeister wurde Heinrich Behrens. 1934 führte man von der Gemeinde Bad Zwischenahn beim Krankenhaus in Wehnen einen ersten Wettkampf durch, den Aschhausen gewinnen konnte. 

Von 1935 bis 1943 leitete Heinrich Fischbeck die Einheit. Unter seiner Führung konnte man 1936 die provisorische Spritzenscheune bei Keilers verlassen und dank reichlich Eigenengagement, ein richtiges Feuerwehrhaus mit einem Schlauchturm, auf einem Gemeindegrundstück bei einem Feuerlöschteich an der Heinrichstraße beziehen.

 

 

 

Auch ein Vorspannwagen Marke Brennabor konnte beschafft werden. In kurzer Zeit hatte man so eine Schlagkräftige Feuerwehr aufgebaut. 

In den Wirren des 2. Weltkriegs wurden etliche Feuerwehrkameraden eingezogen, u.a. Heinrich Fischbeck. So übernahm 1943 Gerhard Hoepker die Leitung der Wehr. Doch der Krieg hinterließ seine Spuren. Das Feuerwehrfahrzeug wurde 1945 von deutschen Soldaten verschleppt, das Feuerwehrhaus war beschädigt und die Spritze wurde von Kanadiern zur Panzerwäsche benutzt. Jeder hatte nach Kriegsende genug mit sich selbst und seiner Familie zu tun. Die Feuerwehr Aschhausen hatte praktisch aufgehört zu existieren. 

Nach dem Krieg
Der gesundheitlich und altersbedingt angeschlagene Hoepker bespricht sich mit heimgekehrten Kriegsteilnehmern über den unbefriedigenden Zustand der Feuerwehr Aschhausen. Man legt den Wiederaufbau unserer Einheit 1947 in die Hände von Heinrich Dreyer. Von nun an nahm die Entwicklung der Wehr einen rasanten Verlauf.
Eine TS8 von der Flugplatzfeuerwehr mit Anhänger und Schlauchmaterial bilden den Anfang. Dann konnte mit viel Geschick ein amerikanischer Jeep besorgt werden. 1950 wird zur Alarmierung der Kameraden eine alte Luftschutzsirene auf den Schlauchturm installiert.

1953 ging die Gemeinde daran überall Löschwasserteiche herzustellen, so dass kein Gebäude weiter als 300 Meter von einem Teich entfernt war. Die Aschhauser Einheit erstellte etliche seiner Teiche in Handarbeit. 1960 schaffte man eine neue TS 8 von Metz an. Im Jahre 1961 musste der Jeep wegen eines nicht mehr zu reparierenden Getriebeschaden aufgegeben werden. Die Gemeinde kaufte für die Einheit Aschhausen ein TSF Marke Ford FK 1250. Mit 9 Männern etwas eng, war der Wagen trotzdem eine gewaltige Verbesserung. Da Aschhausen seit 1962 im 2. Zug der neu geschaffenen Katastrophenbereitschaft des Landkreises Ammerland eingebunden war, erhält sie 1965 neben tragbaren Funkgeräten auch ein stationäres 4-m Funkgerät im Fahrzeug. 1969 werden alle Einheiten der Katastrophenbereitschaft mit schwerem Atemschutz ausgerüstet. 1970 gibt der damalige Kreisbrandmeister Willi Schmidt überraschend bekannt, das für die Einheit Aschhausen als Mitglied der Katastrophenbereitschaft ein größeres Fahrzeug vom Typ LF 8 erforderlich sei. Im Januar 1971 erhält die Einheit ein neues Löschgruppenfahrzeug. Für das Mercedes Fahrgestell mit Metz-Aufbau, musste das Tor zum Feuerwehrhaus vergrößert werden. 1971 wird unser Ortsbrandmeister Heinrich Dreyer, der nunmehr 24 Jahre die Einheit leitet, Nachfolger des plötzlich verstorbenen Gemeindebrandmeisters Fritz Renken.
Somit musste in der Einheit ein neuer Ortsbrandmeister gewählt werden. Gerd Oltmanns tritt die Nachfolger Dreyers an.
1973 bekommt die Einheit eine hydraulische Rettungsschere. Im gleichen Jahr feiert man das 40-jährige Jubiläum im dem nach einem Brand wieder aufgebauten Jagdhaus Eiden. Gerd Oltmanns hatte zu diesem Anlass die erste Chronik der Feuerwehr Aschhausen verfasst.

 

Brand im Klosterhof Aue

 

1982 tritt Gerd Oltmanns mit 62 Jahren in die Altersabteilung und die Jahreshauptversammlung wählt ein neues Ortskommando. Neuer Ortsbrandmeister wird Hinrich Dreyer. 
1983 feiert die Einheit ihr 50-jähriges Jubiläum. Hinrich Dreyer erstellt zu diesem Anlass eine Chronik der letzten 10 Jahre.

Aschhausen übernimmt Strahlenschutz
1985 wird die Durchführung des Strahlenschutzes im Landkreis Ammerland an die Freiwillige Feuerwehr Aschhausen übergeben. Der Landkreis verfügt über ein dafür geeignetes, älteres Fahrzeug. Da beim Neubau des Aschhauser Feuerwehrhauses trotz anderer Planungen mit Weitblick gedacht wurde, verfügt man nun über eine genügend große Fahrzeughalle. Es fehlt nur noch das zweite Tor, damit das Fahrzeug von der Zentrale wechseln kann. Das Tor ist schnell eingebaut und am 14.6. wird das Tro LF 750 vom Landkreis offiziell übergeben.
Die Ausbildung der Kameraden im Strahlenschutz und am neuen Fahrzeug prägt die nächste Zeit. Zum ersten Mal verfügt die Einheit über zwei Fahrzeuge, was Übungen interessanter und Einsätze leichter macht. Leider hat das Tro LF aber nur 3 Sitzplätze, so das im Ernstfall immer noch etliche Kameraden im privaten PKW zum Einsatz fahren. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Landkreis über die Erneuerung des alten Tro LF, wird einem neuen Strahlenschutzfahrzeug zugestimmt.
Kameraden der Einheit überführen den neuen Gerätewagen Strahlenschutz, mit Platz für eine Löschgruppe, aus Baden-Württemberg. Am 21.9.1990 wird das neue und moderne GW-S vom Landkreis seiner Bestimmung übergeben.
Bei mehreren Übungen können sich Rat und Ausschüsse von den verbesserten Einsatzmöglichkeiten für den Strahlenschutz im Landkreis Ammerland überzeugen. 1991 wird ein neuer Gemeindebrandmeister gewählt. Wie damals sein Vater folgt nun auch unser Aschhauser Ortsbrandmeister Hinrich Dreyer dem Ruf der Gemeinde und übernimmt den Posten des Gemeindebrandmeisters. Damit werden Neuwahlen in Aschhausen notwendig. Dem neu gewählten Ortsbrandmeister Adolf Oeltjendiers hinterlässt Dreyer eine schlagkräftige Truppe. Im April 91 folgt die offizielle Amtsübergabe von Dreyer an Adolf Oeltjendiers.
Im April 1992 wird das LF 8 auf einer Fahrt zum Ablöschen von Brandnestern in einer Kurve von einem PKW gerammt und dabei stark beschädigt. Trotz Finanzierungsschwierigkeiten wird das mittlerweile über 20 Jahre alte LF 8 im Rahmen einer Ersatzbeschaffung gegen eine neues LF 8/6 ausgetauscht. Mit dem neuen Fahrzeug, mit Schlingmann Aufbau, 600 Liter Wassertank, Hochdruckpumpe und Schnellangriff- Vorrichtung, verfügt die Wehr zum damaligen Zeitpunkt über eines der modernsten Fahrzeuge der Region.
Im Juli 1993 folgte der erste Einsatz der Strahlenschutzgruppe. Auf der Mülldeponie Mansie bei Westerstede wird ein angelieferter Behälter als radioaktiv bedenklich eingestuft. Glücklicherweise kann die alarmierte Aschhauser Truppe keine Strahlung feststellen und Entwarnung geben. Im Dezember 93 wird die Feier zum 60-jährigen Jubiläum begangen. Zu diesem Anlass erstellt Ortsbrandmeister Oeltjendiers eine Chronik der letzten 10 Jahre.Im Februar 2005 wurde Adolf Oeltjendiers in die Altersabteilung verabschiedet und Hartmut Schaffer übernahm die Führung der Einheit.
Im Jahr 2004 fand die Eingliederung in den Gefahrgutzug des Landkreises Ammerland statt. Als neue Aufgabe kam für die Feuerwehr Aschhausen der Dekontaminationsbereich auf Kreisebene dazu.

Dorfleben

Auch das Aschhauser Dorfleben und die Dorfgemeinschaft wird stark von der Feuerwehr geprägt. Traditionell veranstaltet die Aschhauser Wehr Ostersamstag das Osterfeuer und im September den Feuerwehrball. Der Schützenumzug des Schützenvereines zu Pfingsten und der Laternenumzug des Ortsbürgervereins im Oktober werden durch Hilfeleistungen der Einheit unterstützt. Die junge Dorfbevölkerung nutzt die Angebote der Aschhauser Feuerwehr während der jährlichen Ferienpassaktion im Sommer.

 

Feuerwehr Aschhausen zu Besuch bei der Feuerwehr Aschhausen in Baden-Württemberg

 

Kameradschaftspflege
Zur Kameradschaftspflege innerhalb der Einheit dient der Kameradschaftsabend im Februar an dem auch die passiven Mitglieder der Einheit teilnehmen. Die Vatertagstour an Himmelfahrt, eine Fahrradtour und der Jahresabschlussdienst im Dezember, werden zur Besichtigung interessanter Einrichtungen und Institutionen, genutzt.